Alter Wein in neuen Schläuchen – Burschenschaftler in der AfD

Schon seit einigen Jahren wird medial wahrgenommen, dass es personelle Verbindungen zwischen dem Burschenschafts-Milieu und der AfD gibt. So berichteten T. Steffen für die „Zeit“ und M. Kalkhof für den „Spiegel“ über entsprechende Personalien. Beide Überblicksartikel erschienen 2014 noch vor der Spaltung der AfD. Zwischenzeitlich ist viel geschehen, die AfD und ihre Jugendorganisation sind politisch klar nach rechts gerückt. In der burschenschaftlichen Szene ist im Oktober 2016 mit der Gründung der „Allgemeinen Deutschen Burschenschaft“ (ADB) die endgültige organisatorische und politische Spaltung besiegelt worden (siehe A , B , C ). Die in der Dachorganisation „Deutsche Burschenschaft“ (DB) verbliebenen Bünde bilden nun in jeder Hinsicht den politisch äußersten rechten Rand des Milieus. Sie berufen sich auf einen „volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff“, auf biologistische Deutschtumsvorstellungen, auf nationalistisch-autoritäre Politikkonzeptionen sowie auf antiliberale und antifeministische Ungleichheits-Ideologien. Auf der Jahrestagung 2016 dieser Vereinigung hielt – medial wenig beachtet – AfD-Co-Parteichef Alexander Gauland die Festrede, bei der er u.a. äußerte „die Demokratie in unserem Land existiert nur noch zum Schein“. Anlass genug noch einmal auf personelle und strukturelle Verbindungen zur AfD zu schauen. Denn dies ist auch jenseits eines spontanen (links)-liberalen Igittibäh-Reflexes interessant.

Ein Blick nach Österreich zeigt warum. Der Einfluss deutsch-nationaler rechter bis rechtsextremer Burschenschaften auf die FPÖ ist dort seit langem bekannt und dokumentiert (vgl. B. Weidinger, 2015; ergänzend Weidinger, 2014, 2017). Einer zahlenmäßig eigentlich kleinen Gruppe von Akademikern ist es hier gelungen politisch-strategische Schlüsselpositionen zu besetzen und nachhaltig und effektiv parteipolitisch und parlamentarisch zu wirken. Und genau diese lange bekannte „alte“ akademische Rechte verbandelt sich auf beiden Seiten der Alpen seit einigen Jahren a) mit der sogenannten „Neuen“ Rechten um das Kubitschek‘sche „Institut für Staatspolitik (IfS)“, b) dessen – auf junge akademische Zielgruppen setzenden – „identitären“ Ablegern und c) mit dem verschwörungstheoretischen Milieu um Medien wie das Magazin „Compact“ eines J. Elsässer. Allein ein Blick in eine der Ausgaben der Verbandszeitschrift der DB die „Burschenschaftlichen Blätter“ demonstriert die ideologischen und personellen Verflechtungen von Burschenschaften, AfD und den oben genannten Akteuren eindrucksvoll: dort erscheinen Zweitabdrucke von „Compact“-Artikeln (BB 2015/1), es erscheinen Beiträge von Autoren der sogenannten „Identitären Bewegung“ (BB 2015/1) und solche, bei denen als Autor gleich das „IfS“ angegeben ist (BB 2016/3). Es wird berichtet, dass G. Kubitschek eine Festrede zum „50. Stiftungsfest der Salamandria Dresden“ hielt (BB 2016/3) und das Björn Höcke ein Grußwort zum „Burschentag“ schickt (BB 2016/2); beworben werden Zeitschriften wie „Sezession“, „info-direkt“ oder der dubiose Web-TV-Kanal des Burschenschafters Michael Vogt (Danubia München) (BB 2015/2). Auch aus den eigenen Reihen werden diese Zusammenhänge und der Vorbildcharakter Österreichs sehr deutlich formuliert:

„Es war richtig, daß Frauke Petry den Brückenschlag zur FPÖ gewagt hat – wir können sehr viel von unseren Freunden in Österreich lernen. Für Korporierte ist die AfD doch längst erste Wahl, weil man sich gerade in der „Jungen Alternative“ einbringen kann, ohne seine Mitgliedschaft in einer schlagenden Studentenverbindung verleugnen oder herunterspielen zu müssen.“ [Joachim Paul, MdL-Rheinland-Pfalz, DB-Burschenschaft Raczeks zu Bonn (2016). In: Burschenschaftliche Blätter 2/2016, S. 91]

Man sieht hier die Früchte einer Strategie, die H. Kellershohn (2014) als ein rechts-konservatives bis völkisch-nationalistisches Hegemonieprojekt beschrieb. Nebst einer publizistischen Meinungsführerschaft, um die sich mittlerweile eine ganze Phalanx „alternativer Medien“ (s.o.) bemühen, benötigt ein solches Hegemonieprojekt perspektivisch und ganz pragmatisch Personal, um den durchzuführenden „Elitenwechsel“ vorzubereiten. An dieser Stelle kommen traditionelle akademische Burschenschaften als Personal – und – über ihre Verbindungshäuser – als räumliches Infrastrukturreservoir ins Spiel. Wiederum sind die österreichischen Verhältnisse beispielgebend. Die FPÖ rekrutiert nicht nur in hohem Maße Parlamentarier aus völkischen Burschenschaften sondern insbesondere auch ihr akademisches Mitarbeiterpersonal (vgl. Weidinger, 2015, 2017). Das völkische Korporationswesen übernimmt die Funktion einer Kaderschmiede, die akademisch gebildete, verbandspolitisch geschulte und dabei weltanschaulich radikalisierte Männer hervorbringt. Ähnliche Tendenzen deuten sich nun bei der AfD an (vgl. auch Q45, Q46, Q47) . So konnten allein im Oktober und November 2016 sechs Veranstaltungen dokumentiert werden, bei denen AfD-Funktionäre bei DB-Burschenschaften auftraten(Beleg1, B2, B3, B4, B5, B6 ) – vermutlich nicht nur, um politische Vorträge zu halten, sondern auch um aktiv Kontakte zu vertiefen. Der Landtagsabgeordnete Komning (Mecklenburg-Vorpommern) schaltete sogar eine Stellenanzeige auf der Facebook-Seite der Deutschen Burschenschaft (im Screenshot pikanterweise neben einem Post der vom Verfassungsschutz beobachteten Burschenschaft Frankonia Erlangen):

bild-stelle-komning20161115b

Im Blog „Gesänge der Inhumanität“ wurde diese Konstellation letztlich treffend beschrieben:

„…einst randständige Akteure [haben] sich durch hervorragende Netzwerkarbeit und die Öffnung der eigenen Reihen für junge Aktivist*innen zu tonangebenden Figuren in der organisierten Rechten gewandelt (…). Mehr noch, der  ideologische Einfluss dieses Netzwerks auch auf die parlamentarische Rechte in Deutschland muss mittlerweile als deutlich und gelungen bezeichnet werden“ Und weiter (ebda.) : „ Vernetzung und Kontinuitäten der angeblichen „neuen“ Rechten zu und in alte rechtsextreme Eliten wurden [in der öffentlichen Rezeption] ignoriert“.

Beispielhaft für die vielfältigen Vernetzungen und die Scharnierfunktion für die verschiedenen rechten Szenen sei hier für die Burschenschaft Germania Marburg auf den Artikel „Warum die Burschenschaft Germania kein Nazi-Problem hat, sondern eines ist“, des Blogs „NaziWatch Marburg“ , sowie für die Burschenschaft Saxo-Silesia Freiburg, die besonders für die „Junge Alternative“ von Bedeutung ist auf den Artikel „Die akademische Rechte in Freiburg“ des Blogs „falsch-verbunden“ hingewiesen.

Ob die AfD allerdings langfristig von dieser Personalbeschaffungsstrategie profitieren wird, kann durchaus bezweifelt werden. Wie Weidinger (2017, S. 131) etwas süffisant bemerkt, „sind die chronischen einschlägigen Verhaltensauffälligkeiten völkischer Korporierter für die mit ihnen assoziierte Partei als wenig vorteilhaft anzusehen“. Die aus der korporationsstudentischen Erziehung resultierende ideologische Starrheit macht Korporierte zu einem politischen Trägheitsfaktor mit mangelnder Kompromissfähigkeit, Reform- und Veränderungsbereitschaft, der in realpolitischen pluralistischen Situationen wenig politikfähig ist (vgl. Weidinger ebda.).

Welche konkreten personellen Verflechtungen zwischen AfD, Burschenschaften und sonstigen Studentenverbindungen lassen sich nun aktuell rekonstruieren? Mit einer ausgedehnten Internet-Recherche ab Oktober 2016 konnten 44 Personalien recherchiert werden, die in der unten stehenden Tabelle nach Burschenschaften bzw. sonstigen Studentenverbindungen gruppiert aufgelistet sind. Von den 44 recherchierten AfD-Burschenschaftlern bzw. Studenten- oder Schülerverbindungsangehörigen sind 35 (≈80%) in DB-Burschenschaften* korporiert. Dies stützt insbesondere wegen der oben skizzierten Entwicklung innerhalb der Burschenschaften auch die These eines parteiinternen Rechtsrucks gepaart mit einer dementsprechenden Personalrekrutierungsstrategie der AfD. Zwei dieser Burschenschaften (Aktivitas der Danubia München und Germania Hamburg) werden vom Verfassungsschutz Bayern bzw. Hamburg beobachtet; die Schülerburschenschaft Saxonia-Czernowitz wird als Verdachtsobjekt vom bayerischen Verfassungsschutz geführt. Mit G. Engler, T. Braga und J. Sobolewski sind die jeweiligen Sprecher der „Deutschen Burschenschaft“ der letzten drei Jahre und mit D. Taphorn der Schriftleiter der „Burschenschaftlichen Blätter“ in AfD-Strukturen eingebunden. Auch dessen Amtsvorgänger M. Paulwitz, taucht im Zusammenhang mit der Parteispenden-Affäre um den „Verein für Rechtsstaatlichkeit und bürgerliche Freiheiten“ im AfD-Umfeld und darum in dieser Zusammenstellung auf (siehe A , B , C ). Der Überblick erhebt selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit (so wurden für weitere Personen Hinweise gefunden, aber aufgrund unbefriedigender Quellenlage (ggfs. vorläufig) nicht aufgeführt). Alle Einzelfundstellen sind als Quellen hinterlegt bzw. genannt.

In einigen (wenigen) Fällen wird auf Wikipedia-Artikel als Quelle verwiesen. Gerade bei den hier behandelten Themen ist diesbezüglich allerdings erhöhte quellenkritische Aufmerksamkeit erforderlich. So machte der „Semiosisblog“ hier und hier  darauf aufmerksam, dass „seit Jahren aus Kreisen der AfD, rechter Burschenschaften und der rechtsextremen Zivilgesellschaft Druck auf die Internet-Enzyklopädie ausgeübt (wird)„. Auf Wikipedia ist, wie der Semiosisblog weiter sehr treffend analysiert „der politisch motivierte Versuch erkennbar, Grenzen des Zitier- und damit Sagbaren nach rechts hin zu verschieben. Es findet ein Wechselspiel von offen nazistischem Internet-Aktivismus und neurechter Intellektualität statt. “ Diese Deutung wird durch eine groß angelegte datengestützte Analyse sogenannter Edit-Wars auf Wikipedia von Yasseri, Spoerri, Graham und Kertész (2014) gestützt. Wie deren auch interaktiv nutzbare Datenanalyse zeigt, waren die beiden Wikipedia-Artikel „Studentenverbindungen“ und „Deutsche Burschenschaft“ unter den 15 meistdisputierten Einträgen der deutschsprachigen Wikipedia

Empirische Dokumentation DB-Burschenschaften

DB-Burschenschaften Zusätzl. Infos AfD-Bezug
Engler, Gordon Cheruscia Dresden (DB) Q1 , Q2 , Q: BB2014 Sprecher DB 2014 Stadtrat Dresden
Hersel, Sandro Cheruscia Dresden (DB) Salamandria Dresden (DB)  Q5Q6 MdL Mecklenburg-Vorpommern Landesvorstand JA
Winterboer, Gerrit Cheruscia Dresden (DB) Q:BB 3/2014 Kandidat Stadtrat Dresden
Hieke, Maik Danubia München (DB) Q31 „völkische Siedler“ Q31 Kreistag Uelzen
Jung, Sascha Danubia München (DB) Q28, Ex SPD (PA-Verf.) Q29 „völkische Siedler“ Q30 Kandidat Landtag M-V
Nolte, Benjamin Danubia München (DB) (zuvor Libertas Brünn, Aachen),  Q2 , Q7 ,Q8 Q9 „Bananen-Nolte“ Patriotische Plattform BV AfD Oberbayern
Paulwitz, Christian Danubia München (DB) Q4 BV AfD Oberpfalz
Wolf, Alexander Danubia München (DB) Q:BB 1/2015 , Q10 Ex „Republikaner“ Abg. Bürgerschaft HH
Schellenberg, Moritz Germania Hamburg (DB) Q: BB 1/2015 Autor Blaue Narzisse JA-Vorstand Berlin
Werl, Michael Germania Kassel (DB) Q43, Q44, (Anm.: bestreitet Mitgliedschaft) Ex-Republikaner Fraktionsvorsitz Stadtrat Kassel Hochschulgruppe Kassel
Hoewer, John „Fritz“ Germania Köln (DB) BB 1+2/2014, Q45, Q46, Q47 Verein „EinProzent“ Mitarbeiter Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt Vorstand JA Sachsen-Anhalt
Braga, Torben Germania Marburg (DB) Germania Jena (DB) Q: BB 2015 Sprecher DB 2015
(geb. 1991 in Brasilien)
Assistent MdL Höcke, Landtag Thüringen Landesvorstand TH
Graudin, Andreas Germania Marburg (DB) Q: Q46, Q47 Ex „pro Deutschland“ Mitarbeiter Landtagsfraktion Sachsen Anhalt
Grauf, Marcel Germania Marburg (DB) Q: BB 2014/3, Q48, Q49, Ex NPD Autor „Neue Ordnung“ Mitarbeiter Landtagsfraktion Baden-Württemberg
Grunemann, Nils Germania Marburg (DB) Q54 Obmann „Identitäre Bewegung“ Q57 Vorstand JA Marburg-Biedenkopf Q56
Kolb, Max(imilian) Germania Marburg (DB) Q54, Q55 Vorstand JA Hessen, JA Marburg-Biedenkopf
Büge, Michael Gothia Berlin (DB) Q40 ex-CDU Wahlkampfmanager BT-Wahl 2017
Elsholtz, Thorsten Gothia Berlin (DB) Q38 Fraktionssprecher AGH Berlin
Kramer, Nikolaus Gothia Berlin (DB) Q: BB 3/2016 Pennale Burschenschaft Ernst-Moritz-Arndt, Greifswald Q42 MdL Mecklenburg-Vorpommern
Runge, Philipp Gothia Berlin (DB) Q1 , Q2 Pressesprecher „Junge Freiheit“ MA Bundesgeschäftsstelle
Sobolewski, Jörg Gothia Berlin (DB) Q12 , Q13 , Q14 Sprecher DB 2016 Liste AgHW Berlin 2016
Wiedemann, Chris Halle-Leobener Germania (DB) Q18 , Patriot. Plattform Wahlkreisbüro MdL S-A Tillschneider
Dringenberg Volker Markomannia Wien zu Deggendorf (DB) Q21 MdL Sachsen
Taphorn, Dirk Normannia Nibelungen, Bielefeld (DB), Cheruscia, Dresden (DB) Q: BB ab 2014 Publiziert in allen einschlägigen Blättern.  Ab 2014 Schriftleiter BB. MA „Zentrum für Identität, Dresden“ Referent AfD-Fraktion Stadtrat Dresden
Paulwitz, Michael Normannia zu Heidelberg (DB) (ex Danubia München) (DB) Q22 Publiziert in allen einschlägigen Blättern. Ex „Republikaner“ . 2012 – 2014 Schriftleiter BB Mitgliedschaft fraglich, aber Wahlhilfe mittels  „Extrablatt“ und „Verein für Rechtsstaatlichkeit und bürgerliche Freiheit“
Brauer, Matthias Raczeks zu Bonn (DB), Dresdenia-Rugia Gießen (DB) (ex Marchia Bonn (ausgeschl.) Mitgliedschaft unklar, aber häufig als Anwalt für AfD tätig Q50, Q51, Q52, Q53
Jungbluth, Alexander Raczek zu Bonn (DB) Q2 Vorstand JA NRW KV Aachen
Paul, Joachim Raczek zu Bonn (DB) Q2  Mitarbeit am „Strategieprogramm der DB“ 2011 MdL Baden-Württemberg
Spitzl, Ralf Raczek zu Bonn (DB) Q1 , Q2 Vorstand KV Rhein-Sieg
Noe, Yannick Rhenania-Salingia Düsseldorf (DB),  Q13 Autor Blaue Narzisse. Admin Arcadi“-Magazin KV Leverkusen Hochschulgr. HHU D’dorf
Schmidt, Max Rhenania-Salingia Düsseldorf (DB),  Q13 Hrsg. „Arcadi“-Magazin Hochschulgr. HHU D’dorf
Komning, Enrico Rugia Greifswald (DB) Q5 Ex Schill-Partei Wehrdienst im Stasi-Wachregiment „Feliks Dzierzynki“ Q38 , Q39 (zur Einordnung von „F.D.“ siehe Q41) BT-Kandidat 2017 MdL Mecklenburg-Vorpommern
Kalbitz, Andreas Saxonia-Czernowitz, München (pennale Burschenschaft, verbunden mit Danubia, München (DB) Q27, Q28 ) Q24 , Q25, Ex Republikaner Ex „Verein Kultur- und Zeitgeschichte“ Q26 Ex? Witikobund Q27 MdL Brandenburg, „Der Flügel“
Hoffmann, Raimond Saxo-Silesia Freiburg (DB) Q15 Q16 (geb. 1987 in Rumänien  Q32 ) BT-Kandidat 2017 Q32 , Fraktionsreferent Landtag Thüringen , Fraktionsreferent Landtag Ba-Wü , Vorstand JA , Landesvorstand JA BW
Mandic, Dubravko Saxo-Silesia Freiburg (DB) Q2 , Q3 , Q12 (geb. 1980 in Bosnien-Herzegowina Q33 ) Patriotische Plattform, AfD-Schiedsgericht, „Der Flügel“
Trapper, Oliver Thessalia zu Prag, Bayreuth (DB) Q6 Patriotische Plattform
Weber, Frank Tuiskonia Karlsruhe Q56 Mitarbeit am „Strategieprogramm der DB“ 2011 KV-Vorsitz Braunschweig Ratsfraktion Braunschweig Q55

 

Sonstige Studentenverbindungen

Name Sonstige Studentenverbindungen Zusätzl. Infos AfD-Bezug
Pretzell, Marcus Corps-Saxo Borussia Heidelberg, Q1 , Q11 , MdEP , Vorsitz AfD NRW
Berg, Lars Patrick Guestfalia Tübingen (CV) KDStV Arminia Heidelberg (CV) Q17 , MdL Baden-Württemberg
Steinke, Lars Hannovera Göttingen (KSCV) Q19  „Freundeskreis Thür./Nds“ Q34  , Q35Q36 , Q37 Landesvorstand JA Niedersachsen Hochschulgr. Göttingen ex? KV Göttingen Wahlliste KT-Wahl Göttingen Bezirksvors. JA Braunschweig
Reuken, Stefan Jenaische B. Germania Q20, Q5, MdL Mecklenburg-Vorpommern
Burgdorf, Justus Landsmannschaft Mecklenburgia Rostock Q58 Staats- und Wirtschafts-politische Gesellschaft (SWP) Fraktionsmitarbeiter Bürgerschaft Hamburg
Galau Andreas Landsmannschaft Thuringia Berlin (CC) Q21 Ex Republikaner MdL Brandenburg
Vallendar, Marc Obotritia Berlin (NDB) Q14 MdA Berlin
Kerker, Frank Sängerschaft Borussia Q14 MdA Berlin
Tritschler, Sven Sängerschaft Leopoldina Breslau, Köln Q23 Vorstand JA Referent EuParl

 

Abkürzungen: BB= Burschenschaftliche Blätter, CC= Cobuger Convent, CV= Cartellverband, DB = Deutsche Burschenschaft, KSCV = Kösener Senioren Convents Verband, NDB = Neue Deutsche Burschenschaft, Q=Quelle

Literatur:

Kellershohn, Helmut (2014): Ein jungkonservatives Netzwerk. Die junge Freiheit und das Institut für Staatspolitik. In: BdWi (Hrsg.): Wissenschaft von Rechts, Marburg:BdWi-Verlag.

Weidiger, Bernhard (2017): Traditionsreiche Symbiose mit Konfliktpotential. Völkische Studentenverbindungen und die FPÖ. In: Grigat, Stephan (Hrsg.): AfD & FPÖ. Antisemitismus, völkischer Nationalismus und Geschlechterbilder. Baden-Baden

Anmerkung: *Wg. ihrer Verbindung zu Danubia, München wurde hierzu auch die schlagende Schülerburschenschaft Saxonia-Czernowitz gezählt

Updates seit Erstveröffentlichung

24.10.2016, 14.40h: sprachliche Differenzierung von „Burschenschaften“ und „sonstigen Studentenverbindungen“ hinzugefügt, sowie Links in den Abkürzungen und ein ergänzender Verweis im Text hinterlegt.
24.10.2016, 16.25h: „Landesvorstand TH“ in Zeile „Braga“ ergänzt.
26.10.2016, 09.50h: Hinweise zu Saxonia-Czernowitz ergänzt und Zeile „Kalbitz“ hinzugefügt. Verweis auf Gauland-Rede hinzugefügt.
27.10.2016, 20.30h: Zeile „Jung“ hinzugefügt; Hinweis zu weiteren Funden hinzugefügt 29.10.2016, 20.30h: Zeile „Hieke“ hinzugefügt.
09.11.2016, 17.30h: BT-Kandidat in Zeile „Hoffmann“ ergänzt
09.11.2016, 20.00h: In den Zeilen „Hoffmann“ und „Mandic“ Angaben zum Migrationshintergrund (Geburtsort) ergänzt
11.11.2016, 18.00h: inhaltliche Umgruppierung: Aufteilung in getrennte Tabellen für DB-Burschenschaften und andere. Kleinere textl. Änderungen.
12.11.2016, 09.20h: Quellen und Info in Zeile „Steinke“ hinzugefügt.
13.11.2016, 20.30h: Infos in Zeile „Komning“ hinzugefügt 25.11.2016, 17.20h: Zeile „Elsholtz“ hinzugefügt
11.12.2016, 20.45h: Zeile „Büge“ und weitere Quellen hinzugefügt
20.12.2016, 21.30h: Quellenkritische Hinweise, Screenshot und Belege zu Veranstaltungen hinzugefügt
23.12.2016, 17.50h: Zeile „Kramer“ hinzugefügt.
05.01.2017, 20.50h: Zeile „Kramer“ wg. neuer Quellenlage verschoben
08.01.2017, 11.15h: Textliche Ergänzungen
31.03.2017, 22.30h :Zeilen „Werl“, „Hoewer“, „Graudin“, „Grauf“, „Grunemann“, „Kolb“ „Burgdorf“ ergänzt. Umfangreiche textliche Ergänzungen.
08.04.2017, 20.50h: Infos in Zeile „Steinke“ hinzugefügt
22.05.2017, 13.00h: Angabe zum Migrationshintergrund (Geburtsort) Zeile „Braga“ ergänzt

Bildnachweis: Georg Mühlberg [Public domain], via Wikimedia Commons

 

Zur „Umvolkungs“-Propaganda der AfD-Jugend, Hintergrundinfos Teil 2

Die AfD-Jugend verwendet für ihre rechtsradikal-identitär inspirierte Propaganda gekürztes Datenmaterial mit bedenklicher Aussagewirkung wie in Teil 1 dieser Betrachtung erläutert wurde. Sie stellt dabei alle Kinder, die in der amtlichen Statistik als „mit Migrationshintergrund“ ausgewiesen werden, pauschal als „Nicht-Deutsche“ dar, ungeachtet der Tatsache, dass der weitaus überwiegende Anteil dieser Gruppe aus Kindern besteht, die bereits als Deutsche in Deutschland geboren wurden (vgl. Teil 1). Wer sind nun aber diese Kinder? Was wissen wir über ihren „Migrationshintergrund“? Ein genauer Blick in das Datenmaterial gibt Auskunft. Weiterlesen

Wie die AfD-Jugend mit gekürzten Daten zweifelhafte Propaganda macht

Die Jugendorganisation der AfD, deren einer Vorsitzender NRW-Landtagskandidat Sven Tritschler ist, veröffentlichte kürzlich eine Grafik, die den Anteil von „deutschen Kindern“ und „Kindern mit Migrationshintergrund“ an den unter 5Jährigen in Deutschland darstellen sollte, mit dem Kommentar „Früher hätte man das Umvolkung genannt“. Diese Grafik sollte offensichtlich unter – wie das Wort „früher“ zeigt, bewusstem – Rückgriff auf die aus der NS-Zeit stammende Vokabel „Umvolkung“ suggerieren, dass ein irgendwie bedenklich großer Anteil der Kinder keine Deutschen seien (Zahlen fehlten) und damit das rechtsradikal-identitäre Topos des „großen Austauschs“ bedienen. Allerdings war die Grafik – vorsichtig ausgedrückt – nur teilweise faktenbasiert. Weiterlesen

Obskure Verschwörungstheorien im NRW-Landtag? Und das gleich zweifach?

chemtrails

Alternativdeutsches „Wissen“ – Update 9. November 2016

Auf dem aussichtsreichen Listenplatz 9 der AfD steht zur Zeit Herr Nic Peter Vogel, stellvertretender Vorstand des Kreisverbandes und Ratsherr in Düsseldorf, auf Listenplatz 17 ist Frau Uta Opelt, ebenfalls aus Düsseldorf, platziert.  Öffentliche politische Äußerungen von Herrn Vogel oder Frau Opelt gibt es nur wenige. Interessanter ist aber ohnehin, was diese Kandidaten auf einem alternativdeutschen Nebengleis treiben. Weiterlesen

Kita-Ausbau in NRW stoppen??

#FragdieAfD zur Landtagswahl NRW

Auf dem aussichtsreichen Listenplatz 10 der AfD steht zur Zeit Frau Dworeck-Danielowski, stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes Köln. Nach längerer Suche kann man immerhin zwei öffentliche politische Äußerungen der Kandidatin finden. Beide beziehen sich auf familienpolitische Themen. Weiterlesen